Wladimir/RU, Halbmarathon Golden Gate, 21.45 km

Samstag, 7. September 2019

John beim Citylauf in einer russischen Metropole

Es ist schon eine kleine Tortur, nach Wladimir zu reisen, Flüge mit umsteigen und dann der Transfer Moskau-Wladimir. Unterbringung dort im Erlangen Haus ist allerdings wunderbar, das auch direkt an der Laufstrecke liegt, die größtenteils auf der Hauptstraße durch den historischen Stadtkern verläuft, auf der sich immer ein dichter Verkehr drängt. Kaum vorstellbar war noch am Tag vor der Veranstaltung, dass auf der sehr breiten Hauptstraße, die mit ihren 4 Spuren wie eine Kammstraße über der Stadt thront, am nächsten Tag kein Autoreifen mehr rollte. Aber so war es dann doch, dank Polizei und Staatsgewalt. Die 7-km-Runde, die dreimal zu laufen war, rochierte im Prinzip auf der Hauptstraße mit drei seitlichen Schlenkern zwischen oberem und unterem Wendepunkt, nach Start zunächst angenehm abfallend, aber zurück teils anstrengend bergauf. Dafür galt es, sich genügen Körner aufzuheben.

Ich hatte kurz vor dem Start den Pacemaker anhand seines Stern-Luftballons für 1:49 ausgemacht, dann lief schon der Countdown und die gut 320-köpfige Startermasse bewegte sich. Mit einigen schnellen Schritten war ich beim Luftballon-Mann. Der nahm auch mein Tempo auf und hielt es. 5:00 auf meiner GPS-Uhr, nicht nur eben, auch kurz nach der Kathedrale leicht ansteigend. Viel zu schnell, das zeigte: der Pacemaker taugte nicht. Nach km 1 merkte ich das und ließ langsam abreißen, lief mit 5:08 am Erlangen Haus vorbei bis zur Wende und mit kurzen schnellen Schritten wieder bergauf, Peter abgeklatscht, wieder vorbei am Erlangen Haus und nach dem Schlenker zum kleinen Stadion nahm ich ein Gel, trank erstmals und fand dann erst, als es wieder bergan ging, meinen Laufrhythmus bei km 6.

Bergan arbeiten und abwärts lange Schritte und erholen. So arbeitete ich mich langsam im Feld nach vorne in die Mitte, kämpfte und ließ nicht nach. Die Anfeuerungen von meinen russischen Lauffreunden und einem mitgereisten Erlanger Fotografen freuten mich sehr und gaben mir Extra-Kraft. Mit mir lief ein Pärchen ohne Startnummern, auf die ich aufgelaufen war. Es hat mich zwar geärgert, aber auch irgendwie gezogen. Fast bis 100 m vor dem Ziel, als sie plötzlich aufhörten, während ich meine letzten Körner zum Zielspurt sammelte, um unter 1:55 zu bleiben. Meine Uhr zeigte 21,45 km und 1:54.43 an, offiziell waren es dann sogar nur 1:54:36. Das war’s also. Die Zwischenstation HM ist für mich demnach bei 1:52 gewesen, bei flacher Strecke vielleicht doch in Richtung 1:50. Die Erlanger Ehre rettete ich als Dritter der M65. Ich war sehr zufrieden. Mit den zwei Schülerläufen sowie einem 3-km- und einem 10-km-Lauf warenen es 1171 Finisher bei einer sehr guten Organisation. Ich traf mich dort auch mit dem erfolgreichen Orga-Chef Sergej Tschernow zum Austausch.

(John)

im Flow; Foto O.Wiesenegger

Die Orga-Chefs John (Winterwaldlauf) und Sergej (Wladimir Halbmarathon); Foto P. Steger